Von Dr. Jörg Brauneis

Quelle:

Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Bundesweit anerkannter Naturschutzverband

https://naturschutz-initiative.de/wissen/publikationen/keine-windenergie-im-wald/

„Die Wälder werden durch breite Bau- und Betriebsstraßen dauerhaft zerschnitten, trocknen auch durch die Wirbelschleppen der Windkraftanlagen aus und verlieren ihre natürliche Regenerationsfähigkeit“, Kaufunger Wald – Foto: Dr. Jörg Brauneis

Nach dem Kaufunger Wald und dem Reinhardswald opfert Hessen nun auch die 
Wälder auf der Stölzinger Höhe auf dem Altar der Windkraftindustrie.
Schon vor einigen Jahren ist der Versuch, an der Franzosenstraße auf der Stölzinger Höhe ein Industriegebiet für Windkraft im NATURSCHUTZINITIATIVE (NI) Wald zu errichten, aus Gründen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes gescheitert. Inzwischen aber hat die Bundesregierung fast alle Schutzvorschriften zum Schutz von Natur, Tieren und Landschaft für die Windkraftindustrie aus dem Wege 
geräumt.
Der Bau von Windkraftanlagen in den sonst so abgelegenen Hochlagen unserer Mittelgebirge führt zur Industrialisierung dieser Waldlandschaften. Die Wälder werden
durch breite Bau- und Betriebsstraßen dauerhaft zerschnit
ten, trocknen auch durch die Wirbelschleppen der Windkraft
anlagen aus und verlieren ihre natürliche Regenerationsfähig
keit. Durch Rodungen für die Maststandorte und deren Umfeld
sowie durch die Zuwegungstrassen werden der Waldlebens
raum aufgerissen und die angrenzenden Waldflächen in ihrer
Entwicklung weiter beeinträchtigt. Betriebsstoffe der Windräder stellen eine ständige Gefahr für Waldboden und Grund
wasser dar.
Neben der Zerstörung der Waldlebensräume und des Land
schaftsbildes werden an solchen Windkraftanlagen unvermeid
lich unzählige Großinsekten, Fledermäuse und Vögel getötet.
Besonders gefährdet sind z.B. Rotmilan, Wespenbussard und
Schwarzstorch, aber auch Fledermäuse und schließlich Großinsekten, die tonnenweise an den Flügeln der Anlagen sterben.
Das häufig gehörte Argument, dass Windkraftanlagen nur auf
ökologisch wertlosen Flächen errichtet würden, wo der Wald
durch Windwurf oder Trockenheit abgestorben sei, ist nicht
richtig.
Nach dem Absterben der alten Bäume beginnt sich der Wald
sofort zu regenerieren. Kahlflächen im Wald, Windwürfe und
Jungwaldzonen gehören zu den artenreichsten Waldgebieten
überhaupt. Sie werden meist schon im ersten Jahr von oft seltenen und bestandsbedrohten Tierarten besiedelt. Als Beispiele sind hier Turteltaube, Baumfalke und Wespenbussard zu nennen. Viele Greifvögel wie etwa die Rotmilane jagen bevorzugt
hier.

Auch das ständige „Kleinreden“ der Probleme für Natur und
Landschaft durch die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäl
dern hilft nicht weiter. Die Waldlandschaften werden auf dem Altar dieser neuen Industrie geopfert.

Eine Energiewende, die nur gelingen kann, wenn die letzten
geschlossenen Wälder und intakten Kulturlandschaften zerstört werden, ist schon vom Ansatz her falsch.

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