Frontalangriff auf die Natur
Von Harry Neumann
Quelle:
Naturschutzinitiative e.V. (NI)
Bundesweit anerkannter Naturschutzverband
https://naturschutz-initiative.de/wissen/publikationen/keine-windenergie-im-wald/

Der Schutz unseres schönen Landes, seiner Landschaften,
Wälder, Wildtiere und Lebensräume, kommt im Koalitionsvertrag nicht vor. Der Schutz der Biodiversität als Lebensgrundlage
spielt offensichtlich keine Rolle. Die ökonomisch höchst fragwürdige und naturzerstörerische sogenannte „Klimaschutzpolitik“
und die Beschleunigungsgesetze der alten Ampel setzt die neue
Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz fort. Diese
Politik wird negative Auswirkungen in historischer Dimension auf
Deutschland und Europa haben.
Die Biodiversität, deren Schutz schon unter der vorherigen Ampelregierung durch zahlreiche Gesetzesänderungen unter die
Räder kam, soll auch weiterhin einer ideologieorientierten Politik
geopfert werden.
In der vorliegenden Sonderbroschüre der Naturschutzinitiative e.V. (NI) beleuchten 23 Wissenschaftler und Hochschullehrer die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf unsere Wälder und Schutzgebiete, den Artenschutz sowie die Biodiversität.
Ihre Forderung lautet: Keine Windenergieanlagen in Wäldern und
Schutzgebieten zu errichten. Die Umwandlung von Wäldern und noch naturnahen Lebensräumen in Energieindustriegebiete stellt eine der größten zusätzlichen Gefahren für die Biodiversität und damit für die Lebensgrundlagen von Menschen und Tieren dar. Die einseitige
Bedienung der finanziellen Interessen der Windkraftindustrie gegenüber allen anderen gesellschaftlichen Belangen birgt eine
ungeheure Sprengkraft für den sozialen Frieden und schadet
dem Natur-, Arten- und Landschaftsschutz.
Industrialisierung unserer Wälder stoppen
Einer der größten Angriffe auf unsere Lebensräume und Landschaften stellt die maß- und zügellose Industrialisierung unserer Wälder durch Windenergieanlagen dar. Wälder, die das Klima schützen, werden zerstört, ein Widerspruch in sich.
Eine derart brachiale Gewalt und Geschwindigkeit beim Ausbau
der „Erneuerbaren Energien“ muss zwangsläufig zu einem ökologischen Scherbenhaufen für unsere Ökosysteme und die Biodiversität führen.
„Kalamitätsflächen“ sind wertvolle Habitate
Verstärkt werden derzeit sogenannte „Kalamitätsflächen“ (Windwurfflächen/Borkenkäferbefall) als Standorte für Windindustrie
anlagen im Wald angepriesen. „Kalamitätsflächen“ sind ein
forstwirtschaftlicher, kein ökologischer Begriff. Für die Forstwirtschaft sind sie ein Schaden, weil kein Holz geerntet und verkauft werden kann bzw. der Holzwert zusammengebrochen ist.
Ökologisch gesehen sind diese Flächen aber höchst wert
volle Habitate.
Auch in vielen natürlichen Waldsystemen gibt es immer wieder
kleine und große „Kalamitäten“ und „Blößen“, auf die lichtbedürftigere Waldarten ausweichen und auf die (seltene) Tiere durch
ihre Spezialisierung auf die dort dann zwischenzeitlich wachsen
den Pionierbäume angewiesen sind.
„Kalamitäten“ sind ein wichtiger Teil von Ökosystemen; das gilt
auch für zusammengebrochene bisher standortfremde Fichtenkulturen, die sich dadurch zu einem naturnahen Mischwald entwickeln können. Auch im FFH-Bewertungssystem sind für Wälder zeitweise „Blößen“ wertsteigernd.
Sogenannte „Schad-Flächen“ sind „Chance-Flächen!“
Windräder beeinträchtigen aber massiv dieses offene Habitat und
auch die wichtigen Chancen. Windenergieanlagen und ihre Zuwegungen verdichten den Boden, behindern so z.B. die Schwamm
funktion und bringen Fremdmaterial (s. Fundamente usw.) hinein.
Kurzum: Sie behindern massiv die dort ablaufende so wichtige
Regeneration, die natürliche Dynamik und Entwicklung.
Der Forstwirtschaft und dem Naturschutz gemeinsam ist aber
der Anspruch, klimarobuste naturnahe Wälder zu entwickeln.
Dies gelingt besonders gut auf „Kalamitätsflächen“ – wenn diese
ohne Windräder bleiben.
Windräder im Wald sind immer ein großer Schaden
Windräder im Wald sind immer ein großer Schaden, das ist
belegbar. Auf Kalamitätsflächen sind sie aber aus den genannten Gründen besonders negativ und geradezu kontraproduktiv.
Forderungen, auf „Kalamitätsflächen“ zu bauen, weil sie ja gerade scheinbar baumfrei sind, zeugen von fehlender waldökologischer Sachkenntnis. Denn gerade diese „Blößen“ gehören zu einem Wald dazu.
Für Fichten-Monokulturen gilt analog das gleiche: Sie mögen
derzeit „naturfremd“ sein, in ihnen schlummern aber Chancen für
mehr Naturnähe. Gegenwärtige „naturfremde“ Zustände können
kein Argument für Zerstörung sein. Ohne Windräder können die
se problemlos in naturnähere Stadien entwickelt werden, was die
Forstwirtschaft derzeit in verstärktem Maße angeht – Windräder würden diese Chance, ja Notwendigkeit für den natürlichen Klimaschutz und die Klimaanpassung stark behindern. Beispiels
weise würden die Schwammfunktion und der lockere Boden als
entscheidende Basis für die künftige naturnähere Umwandlung
vernichtet werden

Sichtbare Rücksichtslosigkeit der Windindustrie im Staatsforst: Haiderbachhöhe, Ransbach-Baumbach, Rheinland-Pfalz - Tiefe Einschnitte und Bodenabtragungen bis zu 6 Metern Höhe
Auch Wasserschutzgebiete dienen nicht mehr dem Schutz des Trinkwassers, sondern werden zur Verfügungsmasse der Windindustrie
Frontalangriff auf den Naturschutz von historischer Tragweite.
Gerade aber der Verlust an biologischer Vielfalt erfordert eine Stärkung der Naturschutzstandards, denn wir haben nichts mehr zu „verteilen“: Die natürlichen Lebensgrundlagen sind schon jetzt so weit zerstört, dass es dringend notwendig ist, die Natur wieder „herzustellen“.
Unsere Wälder, unsere Landschaften, die letzten Auen und Moore müssen vor ihrer Industrialisierung geschützt werden. Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Biodiversität, zum Schutz der Arten und echter Klimaschutz, der die „planetary boundaries“ in den Mittelpunkt stellt.
Bei der Betrachtung der planetaren Belastungsgrenzen zeigt
sich, dass nicht der Klimawandel der bedeutendste Gefährdungsfaktor ist, sondern vielmehr der Verlust an Biodiversität
und Lebensräumen, das Artensterben, die Entwaldung, der Eintrag reaktiver Stickstoffoxide und die Verschmutzung der Meere.
Im Gegensatz dazu wurde jedoch die Rettung der Welt durch
Windkraft ausgerufen, koste es an Biodiversität, was es wolle.
Biodiversität als Lebensgrundlage
49 Jahre nach dem Inkrafttreten des ersten Bundesnaturschutzgesetzes wurde der Naturschutz durch die gescheiterte Ampelregierung wieder weitgehend abgeschafft: Vermeintlicher „Klimaschutz“ ist gleichbedeutend mit Naturzerstörung.
Die Errichtung von Windindustrieanlagen und Freiflächenphotovoltaik findet aus überwiegend monetären Gründen statt. Anstatt für Suffizienz und Genügsamkeit zu werben, wird bei Städten und Kommunen die Gier nach Geld zu Lasten des Naturschutzes gefördert. Wenn wir die Lebensräume,
unsere Wälder und die Moore immer weiter zerstören und die Biodiversität immer weiter schädigen, nützt uns auch weniger CO2 nichts.
Der Biodiversitätsforscher Prof. Dr. Matthias Glaubrecht schreibt im Naturschutz Magazin 01-2025 in seinem Beitrag „Das stille
Sterben der Natur – oder wie wir die Artenvielfalt retten“:
„So bestimmen Klimawandel und Energiewende derzeit die öffentliche Debatte, und wir zerstören viel Natur in der wohlgemeinten Absicht, aber irrigen Ansicht, unsere Umwelt zu retten.
Doch Natur ist nicht nur Klima-Nutzen, ihr Erhalt darf nicht einfach neuen Energieformen geopfert werden, Wälder und Wiesen sind nicht allein Dienstleister der Dekarbonisierung oder Hausburschen der Kohlenstoffbilanz. Unser neuerdings gerade auch durch erneuerbare Energien und die damit einhergehende Transformation angetriebener Ressourcenverbrauch gefährdet ebenso wie die bisherige Landwirtschaftspolitik die Natur und das Überleben von immer mehr Arten. Diesen Trend müssen wir dringend umkehren und wieder mehr zusammenhängende, nicht zerschnittene Landschaftsräume schaffen. … Um die Biodiversität tatsächlich zu erhalten, müssen wir der Natur insgesamt einen höheren Stellenwert einräumen.“
In seinem jüngsten Buch befasst er sich mit zwei globalen Krisen: dem Klimawandel und dem Artenschwund. Dabei widerlegt er den verbreiteten Glauben, die Klimaerwärmung sei Hauptursache des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten. Er fordert, der Natur- und Artenschutz müsse unabhängig von der Klimafrage mehr politisches Gewicht bekommen.
In einem aktuellen Interview, das in voller Länge in dieser Bro
schüre abgedruckt ist, stellt Prof. Glaubrecht fest:
„Einige prominente Klimaforscher haben es verstanden, komplexe Zusammenhänge zu einer einfachen Diagnose zu verdichten
und diese hartnäckig zu kommunizieren. Bis Politik und Medien auf den Zug aufsprangen. So wurden Umweltschutz, Naturschutz und Artenschutz quasi zu Unterthemen des Klimaschutzes. Das berühmte 1,5-Grad-Ziel des Klimaschutzes ist ein Narrativ, welches sich über Sprachbilder verselbständigt hat. Es ist als planetare Grenze nicht empirisch aus der Forschung heraus nachweisbar. Auch die Theorie von den klimatischen Kipppunkten ist eher ein Konstrukt der Wissenschaftskommunikation als echte Wissenschaft.“
Nutzen für Investoren – nicht für die Natur
Prof. Dr. Pierre Ibisch ist einer der bekanntesten Waldökologen
Deutschlands und warnt vor Windrädern im Wald.
„Windräder sind grundsätzlich eine zusätzliche Stressquelle für
Wälder“. Er sagt: „Sie nutzen weniger der Umwelt als den Investoren… Für die Energiewende und im Namen des Klimaschutzes werden zunehmend Wälder für Windkraftanlagen geöffnet.
Das ist keine gute Idee.“, so Ibisch in der Märkische Allgemeine Zeitung.
Und weiter:
„Wir sind in einer dramatischen Lage und müssten eigentlich
wegkommen von der Fragmentierung der Wälder, tun aber das
Gegenteil. Jede weitere Zerschneidung schafft Flächen, die sich
aufheizen und den Wald zusätzlich schwächen.“
Prof. Ibisch bringt die Probleme auf den Punkt. Es ist die gleiche Position, die die NI seit 10 Jahren vertritt. Politik und Windindustrielobby sollten endlich auf die Wissenschaft hören. Der Wald darf nicht noch weiter zum Industriegebiet werden.
Ähnlich hatte sich bereits 2022 der Biologe Dr. Klaus Richarz,
ehemaliger Leiter der Staatl. Vogelschutzwarte Hessen, Rhein
land-Pfalz und Saarland und Wissenschaftlicher Beirat der Naturschutzinitiative e.V. (NI) im Magazin „Stern“ geäußert:
„Der Wald ist enorm wichtig für den Artenschutz. Dabei spielen
unter anderem die Baumarten, ihr Alter und deren Zusammenset
zung eine Rolle. Wenn wir wie bei einem Schweizer Käse Löcher
reißen, wird dieses Ökosystem geschädigt oder zerstört.“
Richarz hebt hervor, dass viele Tierarten des Waldes durch den
Bau von Windrädern „zu den Verlierern gehören“. „Sie werden
entweder getötet, schwer verletzt oder ihr Lebensraum wird zer
schnitten oder vernichtet.“ Er nennt im Einzelnen Vogelarten wie
den Rotmilan und den Schwarzstorch sowie die verschiedenen
Fledermausarten, die durch den Bau von Windrädern geschädigt werden.
Rücksichtsloser Ausbau von „Windparks“ und Freiflächen-Photovoltaikanlagen
Diese Energiewende “mutierte zu einem technologischen Absolutismus, der auf keinem geringeren Größen- und Fortschrittswahn beruht als jener Industriekomplex, den die Ökobewegung der ausgehenden 70er doch eigentlich überwinden wollte.
Dabei droht der rücksichtslose Ausbau von Windparks und Pho
tovoltaikfreiflächenanlagen viele jener Naturgüter zu zerstören,
die von bisherigen Industrialisierungswellen verschont geblieben
waren, wie sich nicht nur im Reinhards- und Odenwald, sondern
anhand unzähliger weiterer Beispiele zeigt.

Wälder sind komplexe ökologische Systeme und Lebensraum für Mensch und Tiere. Sie dürfen nicht zum Industriestandort werden. Im Bild eine Euro
päische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), scheue Bewohnerin unserer Wälder
Natürlich wird dieser neue, nunmehr ökologische Kolonialismus
als großherzige Entwicklungspolitik schöngeredet.
Jedenfalls ist die Gleichung ‚erneuerbar = unbegrenzt =
ökologisch‘ schlicht unzutreffend. Wenn es nicht gelingt, die
Steigerungsspirale menschlicher Begehrlichkeiten in Konsum,
Techniknutzung und Mobilität einzudämmen, sind auch noch
so engagierte Naturschutzbestrebungen langfristig chancenlos“, betont Prof. Dr. Niko Paech, Wachstumskritiker und Wissenschaftlicher Beirat der NI, im Naturschutz Magazin 02-2025.
Erneuerbare-Energien-Planwirtschaft
„Wir stärken den sozialen Zusammenhalt“ ist nach Dr. Wolfgang
Epple eine weitere Phrase der Präambel des Koalitionsvertrages.
Offenbar habe man den Schuss nicht gehört oder wolle ihn nicht
hören, was das Wahlergebnis mit dem Erstarken der politischen
Ränder betrifft. Durch fast jede betroffene Kommune gehe im
Rahmen der Umsetzung der von der vorherigen Ampelregierung
geschaffenen Gesetzes-Pakete zur Energiewende, die in eine
Erneuerbare-Energien-Planwirtschaft münden - und zwar koste
es, was es wolle – ein Riss. Statt dem Land eine dringend not
wendige Verschnaufpause zu ermöglichen und der schon begonnenen Entmündigung des kritischen Teils der Bürgerschaft Einhalt zu gebieten, würden die Koalitionäre die Gräben tiefer schaufeln, so der Wissenschaftler.
„Beim Arten- und Naturschutz soll bundeseinheitlich der Populationsansatz angewendet werden“, so die Koalitionäre. Mit diesen
Plänen begibt sich die aktuelle Bundesregierung schon jetzt in
Widerspruch zur ständigen Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH), der in allen einschlägigen Urteilen den
Schutz der Individuen herausstellt.
Verbandsklagerecht „reformieren und straffen“
„Das Verbandsklagerecht vor Verwaltungsgerichten werden wir
reformieren, straffen und auf die tatsächliche Betroffenheit ausrichten. Wir werden es bis auf das europarechtliche Mindestmaß absenken und durch Initiativen der Bundesregierung auf eine weitere internationale Reduzierung hinwirken“, heißt es im Koalitionspapier.
„Dies ist die Abkehr von bisher mühsam Erreichtem, wenn es
engagierten Bürgern um die (von ihr nicht selbst einklagbaren)
Rechte der Natur geht. Diese Formulierung offenbart wie kaum
eine andere im Koalitionsvertrag den Geist der Beteiligten:
Unter ‚Modernisierung‘ des Staates und der Justiz wird Beschneidung von Beteiligung, Erschwerung des Zugangs zum Recht für kritische und gut organisierte Bürger, und eine weitere, voraussichtlich endgültige Zerschlagung des rechtsmittelbewehrten Naturschutzes angestrebt“, so Dr. Epple.
Daher brauchen wir neue Widerstandsformen, denn der Natur- und Landschaftsschutz ist nicht nur im Sinkflug, sondern er liegt am Boden. Wir fangen wieder ganz von vorne an, dort, wo die Naturschutz- und Umweltbewegung einst begann.
Keine Lobby mehr für die Natur
Die Bedeutung der Biodiversität und des Artenschutzes wird von
der Regierungskoalition offensichtlich ignoriert und sogar konterkariert. Die Natur hat bei keiner Partei mehr eine Lobby. Als anerkannter Natur- und Umweltschutzverband und Anwalt der Natur stellen wir uns mit unseren Forderungen vor das, was sich selbst nicht wehren kann. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass die beschlossenen Gesetzesänderungen rückgängig gemacht werden und das EEG vollständig abgeschafft wird. Wir fordern Achtung und Demut gegenüber allem, was lebt.
Wir brauchen eine Regierung, die unsere Landschaften, Wälder, Wildtiere und Lebensräume achtet und schützt. Wir brauchen eine Regierung, die erkennt, dass alle planetaren Belastungsgrenzen zusammenhängen. Wir brauchen eine Regierung, die die Menschen nicht bevormundet, sondern ökologisch notwendige Veränderungen mit den Menschen, behutsam, mit Achtsamkeit, Vertrauen und vor allem friedlich auf den Weg bringt. Alle diese Politiker, die dem Natur- und Landschaftsschutz und unseren Wäldern keine Beachtung mehr schenken, sind für Naturschützer nicht mehr wählbar.
Die GEO-Redakteurin Johanna Romberg spricht in deutlichen
und mutigen Worten im Zusammenhang mit den Infrastruktur
Zukunftsgesetz sogar davon:
“Die Regierung hat der Natur gerade den Krieg erklärt, anders
kann man es nicht nennen“.
Neue Gesetze, so schreibt sie, „sollen endlich umfassend aus
dem Weg schaffen, was angeblich seit jeher Fortschritt und
Wachstum blockiert: der Schutz heimischer Wildtiere, Pflanzen
und ihrer Lebensräume.“
Und sie gibt den alten Verbänden Strategien mit auf den Weg,
die die Naturschutzinitiative e.V. (NI) bereits seit über 10 Jahren
verfolgt: „Konfrontation statt Kooperation“, keine „Deals“ und regierungsunabhängig bleiben
https://drive.google.com/file/d/1YOnZD1bdLtzybqOaLVafKMwWXucwjR0M/view?pli=1
Sehnsucht nach unberührter Natur - Mut zeigen
Wir brauchen wieder mehr Mut zur Natur und wir brauchen
den Mut, unsere Standpunkte friedlich und ohne Angst öffent
lich zu vertreten. Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich lang
sam aber stetig in der sogenannten Energiewende-Diskussion
eine „Cancel Culture“ einschleicht, die unsere Demokratie, unsere Freiheit und den Rechtsstaat bedroht. Und wir brauchen den Mut von Ehrenamtlern und von Wissenschaftlern an Hochschulen und Universitäten, der Drittmittelförderung zum Trotz, dem
Schutz der Biodiversität wieder eine starke Stimme zu geben.
Wir brauchen wieder Debatten und Diskurse, die auf Fakten ba
sieren statt auf künstlich aufgebauschten und gezielt angefeuer
ten Emotionen. Wir brauchen eine neue Sachlichkeit, die andere
Meinungen nicht als Gefahr für den Machterhalt, sondern als ge
sellschaftliche Chance und Bereicherung sieht. Die Diskurse mit
Empathie verbindet und sich dem anderen gegenüber respektvoll verhält. Und friedlich ist.
Es gibt eine Sehnsucht nach unberührter Natur. Es gibt eine
Sehnsucht, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Es gibt eine
Sehnsucht, in Frieden und in Einklang mit unserer Mutter
Erde zu leben.
Lassen Sie uns gemeinsam den Mut aufbringen, uns nicht ein
schüchtern und mundtot machen zu lassen. Wir werden uns auch
weiterhin für eine naturverträgliche Politik und für den Schutz un
serer Landschaften, Wälder, Wildtiere und Lebensräume ein
setzen. Damit aus der sogenannten „Wertschöpfung“ nicht eine
Schöpfung ohne Wert wird.
Ich danke allen Autoren dieser Broschüre, die mit Ihren Beiträgen
hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Harry Neumann
ist Vorsitzender der Naturschutzinitiative e.V. (NI). Schwerpunkte seiner naturschutzfachlichen Arbeit sind die Themen Biodiversität und Wald sowie die Natur- und Umweltbildung für Kinder und Jugendliche.
